
- Im Wattenmeer - Nordseetourimsus
Seit Mitte Juni genießt die einzigartige Naturlandschaft des Wattenmeer vor Schleswig-Holstei, Neidersachsen und den Niederlanden die Anerkennung als „Weltnaturerbe“ durch die Unesco. Bislang verzichtet auf diese Auszeichnung haben Dänemark und die Freie und Hansestadt Hamburg. Die Dänen, weil dort eine entsprechende Unterschutzstellung erst jetzt anläuft, die Hamburger aus vermeintlichen wirtschaftlichen Gründen. Immerhin – an eine Nachmeldung ist bereits gedacht.
Der Tourismus soll gefördert werden
Die Anerkennung soll nicht nur dem Naturschutz helfen. Auch der Tourismus soll profitieren. Fünf nur hier vorkommende Lebewesen sollen zum Symbol dieser Landschaft werden. Das durch die Anerkennung als Unesco-Weltnaturerbe als Naturlandschaft aufgewertete Wattenmeer will zukünftig mit den „Small Five“ werben: Wattwurm, Herzmuschel, Strandkrabbe, Nordseegarnele und Wattschnecke. Bei einer Wattwanderung im nordfriesischen Vollerwiek präsentierten Vertreter aus Politik, Tourismus und Naturschutz die erste Marketingkampagne, um das Weltnaturerbe Wattenmeer als Reisedestination im In- und Ausland noch bekannter zu machen.
Vertragen sich Tourismus und Naturschutz?
Constanze Höfinghoff, Geschäftsführerin der Nordsee-Tourismus-Service GmbH, erklärte: „Die Welterbeanerkennung ist ein Glücksfall für uns. National und international werden wir verstärkt damit werben, dass unsere Reisedestination ein Naturerlebnisraum der Extraklasse ist. Ich freue mich, dass einige Wattführerinnen und Wattführer die ,Small Five’ schon jetzt in ihr Exkursionsangebot aufgenommen haben.“
Um Gäste aus dem gesamten Bundesgebiet fürs schleswig-holsteinische Wattenmeer zu begeistern, hat die Nationalparkverwaltung zusammen mit dem Nordsee-Tourismus-Service und der Schutzstation Wattenmeer die „Small Five“ Broschüre und eine Postkarte mit den fünf faszinierenden Meeresbewohnern herausgebracht. Warum allerdings sich für die Werbekampagne keine deutsche Bezeichnung finden ließ, verriet die Tourismus-Chefin nicht.
Vermarktungskampagne geplant
Dabei sind die „Small Five“ erst der Anfang der bundesweiten und internationalen Vermarktungskampagne. „Wir arbeiten bereits an weiteren kreativen Angeboten, auch länderübergreifend werden derzeit neue Marketingideen entwickelt“, sagte Constanze Höfinghoff.
„Die Exkursionen zu den „Small Five“ des Wattenmeeres finden an vielen Stellen im Nationalpark statt, an der schleswig-holsteinischen Nordseeküste zum Beispiel in Büsum, Husum und St. Peter-Ording. Was die winzigen Wattschnecken fressen und wie Wattwürmer „nachwachsen“ – das und noch viel mehr erfahren die Gäste von erfahrenen Nationalpark-Wattführern vor Ort. Naturschutzbedenken gibt es offenbar nicht.
Wer auf dem Meeresgrund wandern und in die Geheimnisse von Ebbe, Flut und den Small Five eingeweiht werden möchte, bekommt von der Nordsee-Tourismus-Service GmbH ein kostenloses Info-Paket zugeschickt.
Die Mittel für die Kampagne will das schleswig-holsteinische Umweltminsiterium aus der chronisch leeren Landeskasse herauskitzeln. Dazu sollen Etatmittel – offenbar zu Lasten anderer Regionen- umgeschichtet werden.
