Sommerzeit - Säftezeit

Eine Saftmanufaktur in Unkel kreiert Biosäfte und Nektar

Trauben - Marina Großmann
Trauben - Marina Großmann
Sortenreine Säfte sollen ein einzigartiges Geschmackserlebnis sichern. Überdies werden "Saft-Sommeliers" ausgebildet.

Seit Frühjahr 2009 bietet eine Saft-Manufaktur – schon dieses Wort muss sich der Genießer auf der Zunge zergehen lassen – sechs sortenreine Bio-Säfte der gehobenen Gastronomie und ausgewählten Feinkosthändlern an: Schattenmorelle, Apfel-Mango, Rote Traube, Indische Queen Ananas, Schwarze Johannisbeere der Sorte Titania und Waldbrombeere. Das Unternehmen hat seinen Sitz seit 200 Jahren im rheinischen Unkel und entsprechend lange Erfahrung in der handwerklichen Herstellung von Direktsäften und Nektaren. Hinzu kommen lange Beziehungen zu den Vertragsanbauern. Selbst die Aufmachung ist edel: Die Säfte werden in eleganten 50-Milliliter-Glasflaschen mit gold verzierten Etiketten angeboten.

Eine französische Herkunftsbezeichnung wurde verballhornt

Schattenmorellen stammen ursprünglich aus Frankreich. Ihren Ursprung haben sie im Château des; Moreilles. Daraus wurde die Verballhornung Schattenmorellen. Die für die Säfte gekelterten Früchte wachsen im Mittelrheintal heran. Der Saft ist tiefrot und hat einen intensiven Geschmack mit Anklängen an Marzipan. Zu der Edition „Bio Apfel-Mango" werden handverlesene Streuobst-Äpfel und Késar-Mangos verarbeitet. Diese Mangos stammen aus der indischen Provinz Gujarat. Die gold-gelben Früchte sind besonders groß und süß. Der Hersteller versichert, dass seine Saftkomposition einzigartig, mild und vollmundig, aber auch durchaus erfrischend sei.

2.500 Jahre alte Traubensorten

Die Saftkomposition Rote Traube Cuvée entsteht aus den Rebsorten Sangiovese und Montepulciano. Das sind Trauben, die in Mittelitalien seit 2.500 Jahren angebaut werden. Den Weinkennern sind sie wohl bekannt. Die Säfte sind tiefrot und mit einem Aroma, das einen Anklang an Kirschen und Beeren hat.

Die Queen Ananas wird in Indien erstmals 1681 erwähnt. Sie wird im Bundesstaat Kerala angebaut und ist von der Sonne begünstigt. Die Früchte sind kleiner als bei anderen Sorten und bestechen durch ihr gold-gelbes Fruchtfleisch und ein besonders Aroma. Die Schwarze Johannisbeere Titania wird an den Hängen des Odenwaldes angebaut. Die Säfte überzeugen durch hohe Fruchtinhalte und intensiven Geschmack und .Aroma. Die Waldbrombeeren wachsen in den Karpaten und werden von den Bewohnern aufwändig geerntet. Der Saft ist tief violett und hat ein intensives Aroma.

EU schreibt Bezeichnungen vor

Nach den EU-Vorschriften muss ein Fruchtsaft vollständig aus Frucht bestehen. Daneben gibt es nach der Definition Nektare, wobei es vom Säuregehalt und der Menge des Fruchtanteils abhängt, wie die jeweilige Kreation deklariert wird. Schließlich gibt es noch Fruchtsäfte, die je nach ihrem Ausgangsprodukt zwischen sechs, zehn oder dreißig Prozent Fruchtanteil aufweisen müssen. Und schließlich die Muttersäfte: Die müssen als Direktsaft hundert Prozent Fruchtsaft enthalten, und die Trübstoffe dürfen nicht entfernt sein.

Flaschen sind in der Branche selten

In der Branche werden Fruchtsäfte meistens in Kartonverpackungen angeboten. Der Anteil an Flaschen liegt unter zehn Prozent. In der erwähnten Saftmanufaktur erreicht er fast hundert Prozent. Und weil solche Säfte und Nektare auch entsprechend gepflegt sein wollen, schult das Unternehmen in der Gastronomie neuerdings „Saft-Sommeliers“ Regionale Produkte werden überall in der Europäischen Union gefördert – da kommen solche Fachleute gerade rechtzeitig.

Horst Schinzel, Valentina Jermakova

Horst Schinzel - Ich bin seit mehr als fünfzig Jahren journalistisch und publizistisch tätig. In den Siebziger Jahren habe ich einen Kleinverlag ...

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